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Musik, Stimmung, Party und Spaß. Wer will kann das sogar als Film festhalten.
Dienstag 23. August 2011, 19:46 Uhr
Wer im Ruhrgebiet wohnt sollte den DJ-Service medivento kennen. Wer ihn nicht kennt, der lernt ihn jetzt kennen. medivento darf auf keiner Party fehlen. Egal wie groß oder klein. medivento organisiert das Equipment, stellt den DJ und passt sich dem Publikum immer an. Flexibilität steht an der Tagesordnung.

Flexibel muss man ja auch bei professionellen Audio- und Videoproduktionen sein. das macht medivento nämlich ebenfalls. Ist ja klar. Wenn man's kann, sollte man es auch tun. Oder nicht? Doch. In diesem Sinne: Groovt euch ein.
Das Farbenspiel des Winds
Freitag 19.August 2011, 14:21 Uhr
Eben führte ich mit meiner Texterin Soraya eine Diskussion über Farben. Welche Farben wir präferieren, welche nicht und warum. Ich mochte Grün. Ich mag Grün immer noch, aber durch gewisse Umstände hat diese Leidenschaft an Feuer verloren. Das Feuer flammt allerdings im Orange wieder auf. Ich mag Orange. Das ist so warm. Wie ein knisternder Kamin. Trotzdem nicht aggressiv bedrohlich wie Rot. Ich mag Rot nicht. Rot ist mir viel zu aufdringlich. Rot sagt immer so „hey, komm mit mir mit, ich bin willig.“ Manchmal auch billig. Das mag ich nicht. Da ist grün schon wesentlich entspannter. Wie das Meeresrauschen. Einfach ruhig und klar. Wie das Wasser. Wie Blau. Allerdings ist Blau ziemlich distanziert und kalt. Da fröstelt es mich immer. Ich mag Orange. Oder Gelb. Die Sonne ist gelb. Gelb ist grell. Ich mag starke Farben, Farben die sagen „hey, da bin ich, schau mich an, ich kann was!“ Farben müssen leuchten. So Pastellfarben sind immer so schüchtern. Die trauen sich nix. Ihnen fehlt nur noch die große Brille und der graue Wollpulli, wohinter sie sich verstecken können. Allerdings sind die Farben ja dann noch farbloser, als es Pastellfarben eh schon sind. Dunkle Farben sind da das genaue Gegenteil. Nicht schüchtern, sondern mehr so die Schläger im Farbroulette. Die bedrohen einen und sagen „ich mag dich nicht, ich mag niemanden, ich bin ein Einzelgänger!“. Meist sind sie das aber nicht, sondern haben ihre Hood. Ihre Gang. Das ist doof. Niemand möchte gerne bedroht werden. Besonders das unschuldige Rosa nicht. Das kleine süße Mädchen unter den Farben. So unschuldig und verspielt. Spiele sind meist sehr bunt. Ein buntes Treiben sozusagen. Diesem Treiben schaut Violett aber meistens nur zu. Violett ist eher einsam. Etwas deprimiert, fast schon verzweifelt. Das ist nicht gut. Niemand mag Violett. Okay, nicht jeder mag Violett. Aber das ist ja bei Orange auch ähnlich. Die beiden haben einfach einen komischen Charakter. Ich mag komische Charakter. Violett mag ich auch ein bisschen. Aber im Endeffekt geht nichts über meinen guten alten Freund das Grün: Wir haben mal schlechte Zeiten, aber so ist das ja in der Freundschaft. Es gibt gute und schlechte Zeiten. Eine gute Freundschaft übersteht das aber!
Besuch aus England
Donnerstag 18. August 2011, 15:20 Uhr
Dieses Mal war es mit dem Couchsurfing-Besuch etwas komisch. Nicht, weil er nicht nett war, sondern ein bisschen verplant. Ich musste am Montag ja arbeiten, Tom, er ist 21 und studiert Chemie in Oxford, kam hier um 16 Uhr am Hauptbahnhof an und Kevin wollte ihn, wie jedes Mal abholen. Nun ja, es verhielt sich so, dass Tom Kevin keinen Treffpunkt nannte, was dazu führte, dass Kevin verplant am Hauptbahnhof rumirrte und mir wirre Nachrichten schickte mit der Frage, was er denn nun machen solle. Sie trafen sich natürlich nicht. Tom ging aber in ein Internetcafé, wo er schon einige Nachrichten von Kevin via Couchsurfing erhalten hat. Somit ging doch noch alles gut aus und Tom kam bei uns an.

Als ich dann nach Hause kam stand er mit Kevin in der Küche und machte einen Gnocci-Salat. Der war in Ordnung, aber nicht weltbewegend. Weiterhin wurde man sich allmählich warm und unterhielt sich und so weiter. Plante für Tom die nächsten Tage. Abends ging man dann schlafen.

Am nächsten Tag musste ich wieder früh raus, zur Arbeit, vergaß mein Portemonnaie und hatte nicht Mal was zu Essen mit. Naja. Ich arbeitete so vor mich hin, plante ein Event – ich bin Graphiker, wollte ich noch einmal angemerkt haben – und plante nebenbei auch noch den Abend. Wir trafen uns um 20 Uhr mit Isi und Alex in der Langen Reihe. Geplant war eigentlich Frau Möller, aber das war proppenvoll, sodass wir auf's Gnosa umschwenkten. Dort laberte man ein bisschen über dies und das, Isi und Alex aßen was, Kevin und ich hatten schon zuhause gegessen. Um halb neun schrieb Tom, dass er jetzt gleich bei uns zuhause wäre. Super. Er wusste, dass wir wegfuhren. Also holten wir ihn zu uns, Kevin traf sich mit ihm am Schauspielhaus, sodass beide um neun wieder im Gnosa eintrudelten. Da wurde dann noch ein bisschen getrunken , ehe wir uns auf den Weg zu Planten un Bloomen machten.

Dort finden nämlich die Wasserorgelspiele statt, die wir uns mal anschauen wollten. Ich war da noch nie und war begeistert. Zu Tango-Musik spritzten die Fontänen hell erleuchtet in den Nachthimmel, bildeten spannende Formen und changierten in den Farben von feurig-temperamentvollem Rot zu kühl-entspanntem Blau. Zwischendurch war es superbunt, Wassertropfen spritzten einem ins Gesicht. Ich war fasziniert. Am liebsten hätte ich Fotos gemacht, aber ich hatte meine Kamera vergessen. Naja, jedenfalls ging das ganze eine halbe Stunde, Tom gefiel es auch, wir machten uns auf den Heimweg, den Kopf voller bunter Farben. Zuhause fielen wir dann nur noch ins Bett.

Gestern dann dasselbe Spiel wie am Vortag: ich stand auf und sah niemanden. Egal. auf der Arbeit war ich dann enorm gestresst, da gestern das geplante Event stattfand. Ich musste mit, vorher aber noch einiges organisieren. Um 16 Uhr fuhren wir los. Es war eine Schnitzeljagd für Spiegel QC durch die HafenCity. Ich war ein Gamemaster und betreute die Station „Die Denksportaufgabe“, bei welcher – nach alter Stirb langsam-Manier – es darum ging mit einem drei- und fünf-Liter-Eimer genau vier Liter abzumessen. War ganz lustig, die Jagd war allerdings erst um 22 Uhr beendet. Das war ein langer Tag. Daher hatte ich auch keine Lust mehr auf das Schnitzel, welches es noch zu Essen gab. Ich freute mich aber ein bisschen, als ich dann im Dunkeln durch die Speicherstadt laufen konnte. Gegen 23 Uhr war ich zuhause, fiel noch kurz auf's Sofa zu Kevin und Tom, ehe wir uns verabschiedeten, da Tom und ich uns nicht mehr sehen würden. Ich musste ja arbeiten. Also hat er sich bedankt, superlieb, alles war toll und er wünschte mir viel Glück und alles.

Tom war nett, aber ich weiß nicht, ob ich mal nach Oxford kommen will. Lustig war auch, dass er super deutsch sprach, es aber nicht wollte, so ein britischer – sorry, schottischer – Akzent ist doch schon schwer zu verstehen, weshalb ich mich über jeden deutschen Satz freute.
Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit
Dienstag 16.August 2011, 09:18 Uhr
Ich habe eben – dank Facebook – einen Text gelesen, den ich so nicht erwartet hätte. Die liebe Sarah, aus meiner damaligen Schule, Klasse kann man ja nicht sagen, waren ja nur noch in Kurse eingeteilt, vorher waren wir allerdings in einer Klasse, hat einen Text verfasst, der enorm süß und lustig geworden ist, auch wenn ich das echt mal überhaupt nicht erwartet habe. Allein schon auf die Idee zu kommen mich in einem Text über das neue Buch von Charlotte Roche zu erwähnen. Verrückt. Aber naja, hier der Text, ich fand ihn super!
„Lieber Jan, es war einmal im Mathematikunterricht in unserem letzten Schuljahr: Das Abitur war geschrieben; die Ergebnisse ließen auf sich warten und ein jeder von uns nutzte die halbwegs nutzlose Zeit für den noch nutzloseren Zeitvertreib. Das Eiscafé Jacobs hätte zu dieser Zeit sicherlich noch mehr Umsatz gemacht, hätte es einen Walk of Eis auf der Strecke vom CPG zum MCG und zurück vom MCG zum CPG für alle Pendlerinnen und Pendler inklusive Mautstreuseln eingerichtet. 4,13Periode5 Kugeln pro Schultag waren Pflicht – naja, diese Geschichte wird sicherlich auch noch erzählt werden. Es war jedenfalls wieder eine dieser endlos langen Stunden mit Frau Topfblumenschnitt und Du kamst als letzter in unseren Raum. In der einen Hand hat sich sicherlich ein Eis befunden, glaube ich. Die zweite Hand  - es muss die Linke gewesen sein, denn das ist als Linkshänder Deine Rechte und dann eigentlich auch Deine Erste -, war von einem rosafarbenen rechteckigen Etwas geziert, das in einem Kontrastspiel – Herr Meier wäre stolz auf mich – zu Deiner sonst recht farblosen – weil schwarzen – Klamottenwahl stand und sich ein bisschen sehr arg stark mit dem derzeitigen rot-schwarz deiner Haare biss. „Feuchtgebiete“. Jan las die „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. Irgendwie passte es schon wieder so sehr, dass es nicht sonderlich nennenswert gewesen wäre, hätte Frau Topfblumenschnitt-Gartenzwerg nicht gefragt, ob es sich hierbei um ein Geografie-Buch handeln würde. Wie weit kann man vom medialen Dreck weg(-)leben? Schlagzeilen überschlugen zu dieser Zeit Schlagzeilen – man stritt sich über die richtige Aussprache des Nachnamens und philosophierte noch mehr über die richtige Bewässerung von Avocada-Bäumen. Lass uns festhalten, dass dieser Roman in rosa-grüner Umschlagkomposition sich als äußerst fruchtbarer Boden für das Ansähen von zahlreichen Streitgesprächen über (Unterhaltungs-)Literatur erwies…Ich konnte es nicht lesen. Lesen nicht, hören schon! Aber auch das war schon fast ein bisschen anstrengend und fürchterlich – was aber auch an der nasalen Sprache über die Analen der (Hörbuchautorin und) Autorin selbst gelegen haben könnte. Jetzt gafft mich schon wieder so ein Paperbackpäck aus den Hauptregalen aller Buchhandlungen an. Halbe Million (Exemplare) als Startauflage! Was ist das bloß für eine Erfolgsgeschichte eines „IMM“-Mädchens? Neid? Ja, irgendwie schon und dann auch nicht, weil literarisch nicht wertvoll e, t, c und pp…Ich schieße „Scht[t]oßgebete“ gen Himmel! Wirklich! Die gute Scharlott Rooooosch mag vielleicht etwas zu sagen haben, aber dann soll sie ihrer Vorliebe für das Orale im Nasalen wieder lieber Freilauf lassen! Sprechen, schreien, rufen, plappern, brabbeln, sabbeln – alles gerne, aber nicht SCHREIBEN!! „Sch[t]oßgebete“ gen Himmel – nein, ich glaube auch nicht an einen Gott, da haben wir vielleicht was gemeinsam. Immerhin. Stoßgebet ist ein Begriff aus den christlichen Religionen und bezeichnet ein kurzes, rasch hervorgestoßenes Gebet. Das ist ein Worterguss, kein Samenerguss! „Eh die Lippen kalt sein,/Soll uns kein Stoßgebet/ Zu simpel und zu alt sein,[…]“, da hat sich wohl jemand auch das Gesangbuch der Brüdergemeinde von 1765 feministisch zu sehr auf der Zunge zergehen lassen… Nein, liebe Frau Roche, stecken Sie sich meinetwegen alles in den Mund oder in den A****, aber bitte Finger weg vom Schreibgerät! Danke! „Schoßgebete“ – unbedingt nicht lesen! Alle Gute, Deine Sarah.
Quelle: http://literaturnoblesse.wordpress.com/2011/08/15/schtosgebete-gen-himmel/
Treffen mit den Schweizern
Sonntag 14. August 2011, 21:51 Uhr
So. Die Französinnen waren gerade weg, da traf man sich schon mit den nächsten Couchsurfern. Dieses Mal mit zwei Schweizern. Andy (24) und Dominik (35) haben einen Wochenendtrip nach Hamburg unternommen, schlafen im Royal Meridian und wollten ein bisschen was sehen. Kevin und ich waren vorher, also gestern, noch beim Friseur – ja, ich bin nach langer Zeit wieder kurzhaarig –, doch um halb neun traf man sich dann gestern Abend am Hauptbahnhof. Es sollte ein verrückter Abend werden. Zuerst ging es zu Frau Möller, das ist eine Bar in der Langen Reihe. Ich war erst zum zweiten Mal in Hamburgs Schwulenstraße. Dort traf man sich mit Sandra. War ganz nett da. Wir kamen rein, es war supervoll, also mussten wir warten. Kurze Zeit später jedoch wurde ein Tisch frei, den wir nutzen konnten. Ich schmiss also meine Jacke über den Stuhl, dabei fiel meine letzte Bierdose, die Kevin und ich uns zwecks Kiez kauften, auf den Boden und spritzte feuchtfröhlich auf dem Fußboden herum. Jedenfalls saß man dann da und unterhielt sich, verglich Deutschland mit der Schweiz, was teurer ist, was nicht und so weiter.

Gegen halb elf machten wir uns auf den Weg zum DOM, wo man ein bisschen hier rumwanderte, da eine Currywurst aß und scherzte, ehe Sandra die Idee hatte in eine Geisterbahn zu gehen. Boah war das furchtbar! Der Preis von € 4,50 war das gruseligste. Wir saßen da, Sandra hatte erst enorme Angst, doch es war echt so langweilig, kein einziger Schockmoment war gegeben. Schlimm. Eigentlich war es doch lustig. Am Ende konnte man sich Fotos ansehen, das war schon lustig, wie gelangweilt wir da alle nach links gucken. Naja, Geld rausgeschmissen, man ging weiter um dann mit längeren Wartezeiten ins Kir in Altona zu fahren. Das Kir ist laut Sandra immer ein Homoclub. Tja. So ist das. Also vertrauten wir ihr, kamen in Altona an, da sie aber den Weg nicht wusste, haben wir uns ein Großraumtaxi genommen, was natürlich teuer war. Somit haben wir für einen Weg von zehn Gehminuten über zehn Euro bezahlt.

Drinnen dann war leicht merkwürdige Musik, so ein bisschen depressiv. Kein Wunder, heute war da nämlich Gruftinacht. Woohoo. Also haben wir sechs Euro für einen Gruftiabend bezahlt. Zum Glück kannte Sandra die Barfrau, die hat das dann für uns geregelt. Wir bekamen Plastikbecher für unser Bier und das Eintrittsgeld zurück. Es sollte nun in die Fabrik gehen, da war Homoparty. Allerdings bemerkten wir, dass wir dort zehn Euro zahlen sollten, ohne Verzehrgutschein, das heißt wir bekämen nichts für zehn Euro, weshalb wir uns dann doch lieber wieder auf den Weg nach Altona machten um auf den Kiez zu fahren.

Also wieder warten und Bahnfahren. Egal. Um halb zwei haben wir es dann endlich geschafft: Wir konnten tanzen. Verirrt haben wir uns hier in die Talstraße, in die Wunderbar, hier war ich früher schon zweimal, als ich noch nicht wusste, dass ich auch auf Männer stehe, irgendwie hatte ich es aber größer in Erinnerung. Naja egal, da hat es dann doch Spaß gemacht, man konnte sich ein bisschen auspowern. Gegen halb vier wurde ich aber müde, der Fischmarkt stand aber noch auf dem Plan. Wir holten also unsere Sachen von der Garderobe, von Kevin mal abgesehen. Der fand seinen Abholzettel nicht und war fest davon überzeugt, dass Sandra ihm den nie gegeben hat. Das ging ungefähr fünfzehn Minuten lang hin und her, dreimal raus und rein in die Wunderbar, ehe Kevin auf die Idee kam mal in der kleinen Uhrtasche seiner Jeans zu schauen. Da steckte sie plötzlich, obwohl er ja vorher alle Taschen durchsucht hatte und nix fand. Zum Glück, ich hatte echt keine Lust nochmal morgens nach Ladenschluss wiederzukommen.

Der Weg zum Fischmarkt war lang, irgendwie auch nicht, man weiß es nicht so genau, jedenfalls war die Zeit natürlich noch doof, die Stände waren um kurz nach vier ja noch nicht aufgebaut, dennoch konnten wir alle ein Fischbrötchen essen und uns noch kurz ans Wasser setzen. Das war angenehm. Ich mag den Hafen. Ich glaube die Schweizer mochten ihn auch. Wirkte zumindest so. Kurze Zeit später, es war ja auch schon spät, ich meine früh, verabschiedete man sich dann. Die Schweizer nahmen ein Taxi, wir gingen zur Reeperbahn zurück um mit der S-Bahn zu fahren. Die Heimfahrt war echt lang, wie immer nach einem Kiezabend, wenn man dann halt von Besoffenen umzingelt und belabert wird. Aber naja, muss man dann halt durch.

Jedenfalls waren die Schweizer echt nett, vielleicht besucht man die beiden ja mal in Bern, ich will ja eh mal eine Städtetour durch Europa machen, da kann man bestimmt ‘nen kleinen Abstecher nach Bern einschieben.
Besuch aus Frankreich
Samstag 13. August 2011, 11:33 Uhr
Am Mittwochabend bekamen wir mal wieder Couchsurfing-Besuch. Diesmal aus Marseille, das liegt in Frankreich – wer mich kennt, weiß, dass das ein großer Schritt für mich ist – zwei Mädels namens Manon und Camille, beide 20 Jahre alt. Wir haben sie, wie bei uns so üblich, vom Hauptbahnhof abgeholt. Lustige Geschichte. Wir stehen am Gleis, bei dem wir sie vermuteten, sahen sie aber nicht, dann riefen wir sie also an und erkundigten uns nach ihrem Standort. Wir wollten zu ihnen kommen, so ganz haben sie das aber wohl nicht verstanden, denn als wir Richtung Mönckebergstraße liefen, sahen wir zwei Mädels mit Schirm vor uns den unterirdischen Gang herlaufen. Wir dachten uns schon, dass sie das sind, aber sie liefen immer weiter. Im Rege haben wir sie aber auf der Rolltreppe eingeholt und uns vorgestellt. Typisch französisch: Küsschen links, Küsschen rechts.

Auf dem Rückweg unterhielt man sich dann ein bisschen, ich hasse Smalltalk einfach, aber naja, muss halt sein. Zuhause angekommen, ein bisschen durchnässt, obwohl wir August haben, bestellten sich die beiden dann eine Pizza, die auch irgendwann nach einer gefühlten Stunde ankam. Kurze Zeit später verabschiedete man sich dann ins Bett und wartete auf den nächsten Morgen.

Ich musste ja zur Arbeit, hab sie also nicht gestört, arbeitete ein wenig vor mich hin und kam dann abends todmüde wieder. Ein bisschen konnte ich mich erholen, ehe die Mädels wiederkamen. Also zuerst schrieben sie uns eine Nachricht, dass sie sich ein bisschen im Supermarkt verlaufen hätten, dann kurze Zeit später, dass sie sich verirrt haben und nicht mehr wussten, welche Hausnummer unser Haus hatte. Aber auch das konnten wir regeln.

Sofort stellten sich die Französinnen in die Küche und machten uns Crêpes. Wir machten nix. Ich komm mir da ja immer ein bisschen komisch vor, aber naja. Nach gefühlten zwei Stunden waren die dann auch fertig. Erst gab es würzige Crêpes, dann süße. Die waren echt gut. Muss man ja mal sagen. Übrigens sprachen die beiden auch Englisch, sogar verständlich. Nur mit dem „H“ haperte es ein bisschen, aber das ist ja bekannt. Camille holte noch weißes Nougat aus ihrer Tasche, supercool! Aber ich hielt natürlich wieder nicht so lange durch. Schlafen war angesagt.

Nach der Arbeit am Freitag war ich noch kurz zuhause, ehe wir uns auf den Weg zum DOM machten um uns mit den Mädels zu treffen. Die Sonne schien sogar etwas. Wenn auch nur minimal. Jedenfalls war es trocken. War auch ganz lustig, wir liefen da so übers Volksfest, schauten hier, die Mädels machten ein Foto mit dem Tod, also einem Schausteller, der als Tod verkleidet war. Der war süß, er hatte so einen riesigen Schädel. Weiter ging’s, irgendwann waren wir dann aber auch einmal rum. Da die beiden aber so lieb waren, bei uns abgewaschen haben und so weiter und so fort, haben wir ihnen jeweils ein ‚Hamburg‘-Lebkuchenherz und eine kleine Tüte Hamburger Speck geholt. Kevin hat mir auch noch einen Riegel weißes Nougat geholt, weil er die Tafel der Französinnen ganz alleine gegessen hat. Der Riegel war aber lange nicht so gut wie der aus Frankreich.

Die Bahnfahrt war untermalt mit lauten Mitfahrern, doch zuhause angekommen huschten wir noch kurz bei Rewe rein und holten ein bisschen was zu trinken. Schauten dann daheim noch kurz nach Mails und so, die Mädels auch, dann machten wir noch ein paar Fotos und gingen ins Bett. Die Mädels duschen.

Heute Morgen haben wir dann noch mit ihnen gefrühstückt: Aufback-Croissants aus der Rolle, welche die Französinnen in den Ofen geschoben haben. Die beiden haben sich noch Zwiebelbrot geholt, weil sie dachten, es wäre normales Brot, fanden sie nicht so lecker. Kann ich verstehen, wenn man morgens nur süßes Zeug ist. Naja, gegen kurz nach neun, nachdem sie nochmal abgewaschen haben – wie peinlich mir das war –, verließen sie uns dann und bedankten sich. Man gab sich wieder zwei Küsschen und weg waren sie. Heute Abend treffen wir uns dann mit zwei Schweizern, denen wir ein bisschen den Kiez zeigen wollen und so. Mal sehen, was daraus wird.
Besuch aus Polen bzw. Berlin und Magdeburg
Sonntag 24.Juli 2011, 18:13 Uhr
Couchsurfing-Besuch war wieder angesagt. Dieses Mal aus Polen, aber eigentlich das nur indirekt. Denn am Freitag kamen Sebastian und Damian zu uns, Seb wohnt aber momentan in Berlin und Damian in Magdeburg, eigentlich sind sie aber seit fünf Jahren zusammen. Das wissen ihre Eltern nur nicht, was ich erstaunlich finde nach fünf Jahren. Aber naja, hat wohl irgendwie geklappt das zu verheimlichen.

Jedenfalls haben wir gesagt, dass wir beide vom Hauptbahnhof abholen. Was nur nicht so ganz funktionierte, da Damian per Mitfahrgelegenheit kam, allerdings wusste der nicht so ganz, wo man ihn rauslassen könne und so weiter. Wir waren also schon auf dem Weg nach hause, wo Seb dann gefühlte zehn Mal mit Damian telefonierte, damit dieser endlich den Weg zu uns findet. Das war schon irgendwie lustig. Am Ende hat er den Weg jedoch gefunden. Kevin, Seb und ich gingen ein wenig einkaufen, damit wir auch was zu Essen im Haus haben, im Anschluss holten wir Damian von der U-Bahn ab. Dort hätte man echt denken können, dass die beiden sich nicht leiden können. Kein Kuss, kein gar nix. Nichtmal ein „hallo“. War schon merkwürdig, dabei haben sie sich ewig nicht gesehen.

Wir machten uns Pizza, Kevin aß nichts, weil er fastet. Nachdem man sich noch ein bisschen unterhalten hat, kamen wir auf die Idee Poker zu spielen. Mein erstes Mal. Ich war ja etwas verwirrt, war aber lustig. Und ich war nicht der schlechteste, Damian war vor mir pleite. Abends ging man dann aber doch irgendwann gegen zwei ins Bett.

Am nächsten Morgen standen wir dann auf, die beiden packten ihre Sachen um die Stadt zu erkunden. Es regnete. Was haben sie vergessen? Natürlich. Ihren Regenschirm. Naja, wir machten einfach mal nichts, abends gingen wir aber mit Patricia Billardspielen, Kevin und ich haben haushoch gegen Patricia verloren. Die beiden Jungs haben wir zuhause gelassen. Als wir wiederkamen saßen beide in Unterhose zuhause auf dem Sofa. Man vermutete eine Akt der Sexualität. Immerhin hatten sie sich lange nicht gesehen. Naja, egal. Jedenfalls war der eigentliche Plan noch auf den Kiez zu gehen, die beiden waren aber müde. Also sprach man noch ein wenig. Seb zeigte mir ein Foto von ihm, wie er in einem riesigen Lackstiefel steckte, sie waren in einem Sexshop, der Boutique Bizarre, shoppen waren sie auch, Seb hat sich einen supertollen Hut gekauft, den ich auch gerne hätte. Aber kurz nachdem wir heimkamen, sprangen wir dann auch ins Bett.

Heute frühstückten wir dann gemeinsam mit Brötchen und Aufschnitt und Co., die beiden packten, weil sie sich noch ein wenig Hamburg anschauen wollten. Wir machten noch kurz einige Fotos als Erinnerung, dann verließen sie unsere Wohnung. Sie boten uns an, sie ab Oktober in Berlin zu besuchen, da ziehen sie nämlich zusammen. Also eigentlich meinte Sebastian zu mir „Und wann kommt ihr uns besuchen?“, ich wollte Kevin fragen, wann er Zeit hat, das hat Seb mir aber indirekt mit den Worten „Nix ‚Kevin'!“ verboten. Naja egal. Wenn wir sie besuchen sollen, sollen sie was bei uns vergessen, meinten wir. Das taten sie auch. Der Regenschirm musste erneut dran glauben, dass fiel ir aber rechtzeitig auf, sodass ich sie noch im Treppenhaus aufhalten konnte.

Wir haben zwar leider nichts zusammen gemacht, aber trotzdem würde ich die beiden gerne nochmal in Berlin besuchen, die waren nämlich echt nett!
Besuch aus Leipzig
Mittwoch 13.Juli 2011 14:30 Uhr
Melanie und Jette, zwei Mädels aus Leipzig wollten von Montag auf Dienstag bei uns übernachten, weil sie einen Norddeutschland-Trip machen wollten. Ganz lustig war das, sie wollten hier per Anhalter ankommen, fanden aber wohl einen netten jungen Mann, der ihnen das Geld für ein Niedersachsen-Ticket in die Hand drückte, sodass sie hier mit der Bahn ankamen. Am Bahnsteig trafen wir sie auch, gut zu erkennen an den Pappschildern mit der Aufschrift „Hamburg“, „Nordsee“ und „nach Hause“. Besonders das letzte gefiel mir. Melanie macht demnächst ein Soziales Jahr in Kenia, Jette ‘ne Ausbildung zur Bankkauffrau. Und da das Abitur nun vorbei ist, könne man vor dem nächsten Lebensabschnitt nochmal Norddeutschland sehen. Hier kochten die beiden Für uns Spaghetti mit Tomatensoße aus echten Tomaten – sie nannten es „sächsische Nudeln“, natürlich nur als Scherz. Man unterhielt sich noch ein bisschen, dann ging man schlafen.

Am nächsten Morgen ließen wir die beiden schlafen, denn wie sie uns mitteilten, wollten sie zwar Norddeutschland sehen, haben aber nicht weiter als bis zu uns geplant. Also schauten sie sich gestern Hamburg an, während wir arbeiteten, dann kamen sie irgendwann abends wieder. Kevin und ich mussten wach bleiben, weil Kevin Karten für die „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“-Preview organisiert hat. Die begann um 00:01 Uhr. Ich war todmüde, aber musste ja sein. Die Mädels blieben also wach, bis wir gingen. Erzählten uns noch, dass sie eigentlich planten an der Nordsee zu übernachten – ohne Zelt – aber war dann ja doch nicht so. Der Film war gut, der beste Potter-Film würde ich sagen, allerdings ist das in 3D so eine Sache. 3D-Filme sind wohl nicht gut für mich, mir wird da immer übel. Aber an sich war das Bild sehr schön, es waren einfach schöne Szenen, aber 2D reicht da auch, die Effekte sind nicht extra für 3D optimiert.

Jedenfalls ging ich deshalb heute nicht zur Arbeit, sodass wir die Mädels noch verabschieden konnten, deren Reise nun nach Cuxhaven führte, dann wieder zurück nach Leipzig, genauer gesagt nach Colditz, wo irgendein komisches bekanntes Schloss steht. Naja. Es war ganz lustig, aber nun brauch ich auch erst mal wieder ein bisschen Ruhe.
Ich designe einen Schuh
Dienstag 12.Juli 2011, 20:32 Uhr
Hallo mein Lieber!

Ich habe da eine kleine Bitte an Dich - vorrausgesetzt, Du bist bei Facebook angemeldet -, der Du hoffentlich nachgehst. Ich habe einen Schuh designt (passend zum T-Shirt, vielleicht hast Du es ja gesehen), und brauche nun natürlich ein paar Stimmen - auch "Votes" genannt -, damit die auch produziert werden... wenn auch nur in sehr kleiner Auflage. Also geh auf Facebook-Seite von Intro und Keds und vote für meinen Schuh, es wäre echt superlieb von Dir!

Dankeschön und einen schönen Abend noch. Ich halte mich nun krampfhaft wach, um nachher noch den letzten Harry-Potter-Film im Kino zu sehen.

Cheers!

Anatomy
Beck's Mix Fusion Party
Sonntag 10.Juli 2011, 14:07 Uhr
Gestern war es schon lustig, ich habe Gästelistenplätze für die Elektro-Eltern-Party von Beck’s gewonnen. Es gab Beck’s Mixgetränke for free. Ansonsten war die Location echt cool. Das ganze fand in der alten Oberpostidrektion statt, ich war da noch nie, aber ist echt cool. Man kam rein, in eine riesige Halle, sah am Ende dieser Halle ein kleines Dörfchen. Dort ging es lang. Das Dorf an sich war nur an eine Wand projiziert, aber das, was dahinter war, war viel cooler: Eine 70s-Wohnung.

Man fühlte sich wie bei Oma: Alles so altbacken eingerichtet, wie eine Wohnung, schmale Gänge – wie Flure –, kleinere Zimmer und so weiter. Im Kinderzimmer gab es viele Hörspielkassetten, alte Bravos, sehr alte Bravos, einen Tischkicker und eine Carrera-Bahn. Im Wohnzimmer eine riesige Sitzecke bestehend aus Sesseln und einem Ledersofa. Voll Oldschool. Die Kücher war aber der Hammer. Es gab einen Mettigel, Käsespieße, ein bisschen Obst und Lunchtüten mit belegten Broten und Brötchen drin. Voll super. Voll retro. Es waren nette Leute dort, die zum Personal gehörten, die sich um einen kümmerten. Wie bei Oma. Die Toiletten waren aber der Hammer, alles mit Teppichvorlegern und -bezügen dekoriert, wie man es von damals so kennt. Voll hässlich, aber in diesem Falle voll cool. Es gab einen ruhigen R1aum mit vielen Sofas zum Entspannen, einen Dancefloor, der einem Partykeller ähnelte. An den Wänden hingen alte Familienfotos, die Tapete war voll retro und mit Geweihen und Co. dekoriert.

Gegen eins sollte die berühmte Londoner Oma auflegen, die älteste Djane der Welt, aber wir waren müde, das Bier klebte einem so langsam den Mund zu, nur Biermixgetränke sind also nicht so das wahre. Viel zu süß auf die Dauer. Somit trennten sich unsere Wege. Patricia, Kevin und ich fuhren nach Hause, Katja, Felix, Alena und Max blieben mit Felix‘ Freunden dort, Sandra fuhr auf den Kiez. Trotzdem war es ein netter Abend, die Idee war enorm cool, aber die Musik, an der kann man noch etwas arbeiten, die war zu elektrolastig und zu minimal gehalten. Sicherlich ging es noch viel minimaler, aber die Vocals fehlten schon. Nur so als Tipp für die nächste Party. Aber die Idee war super!
Besuch aus Berlin
Sonntag 03.Juli 2011, 15:12 Uhr
Es war mal wieder soweit. Das Gratishotel Voß-Hüet hatte einen weiteren Gast. Diesmal nur einen, aus Berlin. Eigentlich aber aus Bayern. Der Felix. Ein netter junger Kerl, fünfundzwanzig Jahre alt, der doch sehr verplant oder auch vergesslich ist.

Dieses Mal lief es etwas anders, denn Kevin holte ihn alleine vom Bahnhof ab, da ich arbeiten und mich im Anschluss um die Frettchen meines Dads kümmern musste. Also trafen wir uns in Barmbek, auch wenn ich in Friedrichsberg zusteigen wollte, klappte halt nicht ganz.

Zum Dank machte uns Felix zuhause angekommen erst mal bayrische Knödel. Die Küche sah aus. Furchtbar. Überall war Knödelteig. Wirklich überall. Er war auch der erste, der uns ein Gastgeschenk mitgebracht hat: türkischen Kaffee, weil das in „seinem Kiez“ wohl typisch sei, und noch ‘ne türkische Pistaziensüßigkeit. Er mache das, seit er mal bei einem CouchSurfing-Paten übernachtete und dieser ihn zur Sau gemacht habe, weil er kein Gastgeschenk mitbrachte. War ganz lecker. Jedenfalls unterhielt man sich über dies und das, aß die Knödel, die seeehr sättigten und gingen dann auch schlafen.

Am Freitag – woraus Du jetzt schließen kannst, dass Felix am Donnerstag ankam – standen wir auf, weckten Felix, der sich über unsere superdicke und supergroße Bettdecke freute, und frühstückten, eher Kevin und ich zur Arbeit und Felix zu so einem Journalistenkongress gingen. Arbeiten war eher semi, doch dann trafen wir uns abends alle wieder und gingen noch ein Bier an den Landungsbrücken trinken. Felix war begeistert, man unterhielt sich ab und zu über dieselben Dinge wie am Vortag und hatte Spaß.

Am Samstag musste Felix wieder so früh aufstehen, da der Kongress sich über zwei Tage erstreckte, doch er hielt nicht den ganzen Tag durch. Als wir ihm den Weg zur Bahn erklärten, hätten wir wetten können, dass er den Weg nicht finden würde – obwohl er den Weg schon mehrfach gegangen ist – und wir sollten Recht behalten. Abends kam er dann wieder, nachdem er wohl einen Kaffee trank und durch die Stadt schlenderte. Wir wollten eigentlich auf den Kiez, aber es regnete so doll, dass wir uns doch dazu entschlossen einen Gay-Movie – keinen Porno – zu schauen. Er hatte da so eine Seite, wo das ging. Der Film war lustig, Felix kuschelte sich in meine Kuscheldecke, schwärmte von Manuel Neuer, von dem er sogar ein Panini-Sammelbild im Portemonnaie hat und machte sich Gedanken, weil wir eine dekadente Pizza aßen. Denn heute wollte sein Freund kommen, mit dem er seit einer Woche zusammen ist, sie sehen sich aber nur alle zwei Wochen. Außerdem wäre das ja alles doof, weil er ja demnächst nach Tel Aviv ginge, der Schwulenstadt, und sich da ja nicht durch die Gegend vögeln könne. Schade. Naja, ansonsten war er lustig, bedankte sich iiimmer und iiimmer wieder, fand alles cool, auch wenn er nicht verstand, was man zu ihm sagte, fragte aber erst nach, nachdem er „cool“ gesagt hatte. Jaja. So war das.

Heute fuhr er dann früh wieder mit dem Zug nach Hause und wir mussten die Küche schrubben. Aber ging, war nicht so dramatisch, wie man gedacht hätte. Felix ist jemand, der ruhig wiederkommen könnte. Er war nett.
Besuch aus Kolumbien
Sonntag 25.Juni 2011, 13:33 Uhr
Wir betreiben irgendwie ganz schön viel CouchSurfing. Dieses Mal, von Donnerstag bis gestern, waren zwei liebe Leute aus Kolumbien hier. Haben sich irgendwie ‘ne scheiß Zeit ausgesucht: es schüttete wie aus Eimern. Naja, Pech gehabt. Die beiden sind Geschwister, ein Junge, John, er ist 23 Jahre alt, schwul und lebte schon einige Zeit in Deutschland. Seine Schwester Lina ist 15 und hat zu ihrem Geburtstag eine Europareise geschenkt bekommen. Leider spricht sie keine andere Sprache als Spanisch. Ich fand das etwas schade, weil sie sich so ja überhaupt nicht mit uns unterhalten konnte. Aber naja, sie wussten ja, dass wir kein Spanisch sprechen.

Die beiden kamen hier um 22 Uhr am Bahnhof Barmbek an, wo wir sie abholten. Dann gingen wir mit ihnen nach Hause, die lebten sich kurz ein, aßen und tranken etwas, sprachen mit uns und spielten dann mit uns Mario Kart Wii. Das war lustig, John verlor immer, ich war recht gut. Wir gingen schlafen, die beiden telefonierten noch mit ihrer Mutter und waren dann auch irgendwann sehr spät im Bett.

Am Freitag wachten die Kolumbianer, welche direkt aus Bogotá kamen, vor uns auf und gingen duschen. Jaja, da merkte man, dass die sich irgendwie wie zuhause fühlten. Beide duschten mindestens eine halbe Stunde. Auch die Pünktlichkeit war nur so semi. Sie wollten um acht aus dem Haus um sich Hamburg anzuschauen. Wann standen sie auf? Richtig! Um zehn. Also verließen sie uns nach einem Kaffee erst um zwölf. Wir blieben zuhause, weil wir krankgeschrieben waren.

Als sie um acht wiederkamen saß man kurz zusammen, diskutierte darüber, was man spielen könne, kam aber darauf, dass Brett- und Kartenspiele von irgendwem immer nicht gemocht wurden. Lina konnte die meisten Spiele ja eh nicht verstehen. Also kamen wir wieder zu Mario Kart Wii, weiter ging es dann über Wii Fit Plus zu Wii Sports beziehungsweise Tennis. Das war lustig, doch trotzdem mussten wir dann irgendwann schlafen gehen.

Gestern standen wir mit den beiden auf, ihr Bus nach Paris – die Fahrt dorthin dauert dreizehn Stunden – fuhr um 16 Uhr. Sie tranken noch einen Kaffee, wir alle machten uns fertig, sie packten. Auch wenn wir es partout verhindern wollten, konnte man John nicht davon abhalten noch abzuwaschen, nett, irgendwie, irgendwie auch… komisch, oder? Naja, um 14 Uhr mussten wir dann los, weshalb wir die beiden natürlich mit bis Barmbek nahmen, weil Kevin für eine Hausarbeit noch Bücher brauchte und wir danach direkt weiter zur Geburtstagsfeier meiner Mutter fuhren. Den 40. kann man ja schon mal gemeinsam feiern.

Also zusammengefasst haben wir leider recht wenig mit den beiden gemacht, schade irgendwie, aber ist ja auch doof, wenn man sich nicht unterhalten kann. Nächste Woche kommt aber schon wieder ein CouchSurfer, was ich super finde, da der aus Berlin kommt, wo dieses Wochenende, genau heute, die AndersrumPortrait-Ausstellung direkt am Brandenburger Tor stattfindet. Ich habe ihn erstmal dazu verdonnert ein paar Fotos zu machen. In diesem Sinne: bis demnächst!
Regen, Alkohol, noch mehr Regen, Spaß und, ach ja: Regen.
Sonntag 19.Juni 2011, 21:33 Uhr
Juni 2011 – Klar, da bin ich natürlich wieder aufm Hurricane! Los ging es wie die letzten beiden Jahre am Donnerstag. Dieses Mal allerdings später: gegen neun Uhr morgens. Meine Mum war so nett Kevin und mich zu fahren. Gegen halb elf waren wir dann da, meine Mum etwas gestresst, weil sie auf den Parkplatz fahren sollte um uns rauszuschmeißen. Naja, das ging dann auch irgendwie. Wir also vollgepackt Richtung Bändchenzelt gelaufen um dort auf den Rest der Leute zu warten.

Die kamen auch etwas später mit dem Auto an, was mich etwas nervte, da wir erst kurz diskutieren mussten um unser Gepäck dort vorerst unterzubringen. Haben wir dann trotzdem gemacht und uns in die Masse gestürzt. Man wollte ja ein Bändchen. Gedränge über Gedränge bis halb drei, dann öffneten die Tore. Es wurde enger, man quälte sich in einer halben Stunde mit seinem Restgepäck ins Zelt und war überrascht: es war nicht wie sonst, sondern ganz entspannt. Die Tickets wurden gescannt und es wurden nur so viele Leute reingelassen, wie auch Bändchenleute da waren. Super. Endlich mal mitgedacht.

Auf dem Zeltplatz angekommen wurden erst mal ganz viele Zelte aufgebaut, wir sollten ja eine riesen Gruppe werden. War im Endeffekt nicht so, aber wir hatten dafür Platz. Wir stellten ein Sonnensegel auf, welches gerne umgeweht wurde, und aßen erst mal Nudelsalat. Später wollten wir dann natürlich grillen, wir haben extra Claudias Grill mitgeschleppt, doch Dominik hatte einen richtig geilen Bundeswehrgrill, den man zuklappen konnte, so dass er in zehn Minuten heiß wurde. Sehr geil. Annka hat noch irgendwelche Grillsoßen von Kühne geschenkt bekommen, sehr nett und voll cool, aber vorallem: lecker! Der Abend war noch recht human, man spielte ein bisschen Flunkyball, nachdem man bei Uncle Emma erst mal ordentlich Getränke geshoppt hat. Vorher wurde aber noch ein Dresdener Handbrot gegessen, ich war anscheinend die letzten beiden Jahre extrem begeistert davon gewesen, erinnerte mich aber nicht mehr daran, aber das Zeug ist echt derbe gut!

Abends traf man sich dann mit Isa am Bändchenzelt und holte noch Martina und ihren Freund Patrick ab, die im Nachhinein aber wieder verschwanden, als wir mit ihnen ihr Gepäck tragen wollten. Macht nix, mussten wir weniger tragen. Wir gingen dann auch recht früh schlafen, dank des Zeltes würde man ja auch früh wieder wach werden. Das Problem in diesem Fall war aber nicht unbedingt das Zelt, sondern die Tatsache, dass man gar nicht erst einschlafen konnte, da die lieben Nachbarn aggressiv garstige Technomusik hörten, bis ungefähr fünf Uhr morgens, das war nicht schön. Aber naja, man musste da halt mit leben.

Der Freitag begann nett mit Grillerei, und einem fiesen pinken Leopardenkostüm auf Isas Seiten. Leopardenoberteil, Leopardenleggins, Leopardenohrringe, Leopardensonnenbrille und Leopardengummistiefel. Echt hart. Aber sah lustig aus. Nach dem ersten Bier und dem ersten Flunkyball musste Léonie dann ihren Junggesellenabschied über sich ergehen lassen: sie war eine Jukebox. Natürlich musste sie direkt für mich wonderwall singen. Da ich ihr zwei Euro gab sogar mit Backgroundchor, wenn schon denn schon. Sie hielt aber nicht lange durch, was wir eh schon erwarteten. Also spielten wir ein erotisches Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel mit Ausziehen, Küssen, Begrabbeln. War auch ziemlich lustig. Aber ich wollte dann doch Yoav sehen.

Somit gingen Kevin und ich aufs Festival-Gelände. Wollten uns ein T-Shirt holen – die waren aber alle nicht schön, Kevin wollte sich aber eine Jacke holen, bei welcher der Preis noch nicht final feststand. Also weiter erkunden. Die Axe-Duschen sahen sehr attraktiv aus. Und vor allem waren die noch leer. Also ab zum Duschen. Man musste ein Vorher-nachher-Foto machen, dann durfte man duschen. Das Wasser war warm. Es war eine supertolle Regendusche. Überhaupt war die Dusche hübsch gestaltet, draußen wie eine Axe-Duschgelflasche, innen superedel. Allerdings hat die Frau vor der Dusche schon nach zwei Minuten an die Tür geklopft, weil sie wollte, dass ich schnell fertig werde. Nicht sehr nett, ich musste ja schon zig Klamottenschichten ausziehen. Naja, dafür gab es ein Duschgel und ein Handtuch gratis. Weiter ging es zur Blue-Stage, wegen Yoav, dort war wieder ein Klamottenstand, mit dieser eben erwähnten Jacke. Vorher hieß es, die koste wahrscheinlich 80 Euro, hier hieß es 130 Euro… das war mal ein Unterschied. Es folgte während des besten Liedes von Yoav (where is my mind) eine kleine Diskussion, ob Kevin sich die Jacke nun kaufen solle oder nicht. Erstmal entschied er sich für nein.

Dann ging es nochmal kurz auf den Zeltplatz, ein wenig entspannen, dann holten wir Claudia vom Bahnhof ab und gingen wieder auf den Zeltplatz, kurz danach wieder aufs Festival-Gelände. Zu Jimmy Eat World. Da wurde ein bisschen der Musik gelauscht und getrunken und getanzt, bis es dann zu Portishead ging, da wurde ein bisschen entspannt auf dem Rasen gesessen und der „Drogenmusik“ gelauscht. Im Anschluss gab es eine Diskussion, wohin wir nun gehen würden: Digitalism oder Sum41. Ich war für Digitalism, wie Kevin erst auch, ich hab nicht mitbekommen, dass er woanders hin wollte. Man zickte sich kurz an, Kevin ging (er musste mal), keiner wusste wieso und ich bekam einen leicht sentimentalen Schub. Dann kam er wieder, tröstete mich kurz, wollte dann mit Claudia auf den Zeltplatz, ging und ich bekam einen zweiten sentimentalen Schub. Diskussionen folgten, die Red-Stage (Sum41) war überfüllt, die White-Stage (Digitalism) auch. Mist, also ging’s auf zum Zeltplatz. Mir fiel auch auf, dass ich den Schlüssel zu unserem Zelt hatte.

Am Zeltplatz angekommen saß da aber niemand. Ich dachte mir, dass Kevin das Zelt ja nicht kaputtmachen würde, immerhin wollte er das Schloss unbedingt mitnehmen. Niemand war da und zwei Stunden lang kam auch niemand. Ich machte mir ein wenig sorgen, dachte mir dann aber irgendwann „lohnt sich ja nicht ewig zu warten, geh lieber schlafen.“ Dort lag aber – wie ein Wunder – Kevin. Und er schlummerte friedlich. Der Reißverschluss war rausgerissen und baumelte irgendwo am Eingang herum. Ich legte mich, etwas sauer, ist eigentlich das falsche Wort, aber so in die Richtung, schlafen.

Der nächste Morgen war erst wieder etwas still. Kevin, Claudia und ich hatten alle gelbe Klamotten an, zwischendurch hatten alle eine pinke Perücke aufm Kopf. Ach ja, natürlich wurde auch gegrillt. Auf dem Weg zur morgendlichen Hygiene fiel mir der Graben vor den Dixi-Toiletten auf, über den ich die letzte Nacht stolperte, dieses Mal allerdings nicht, weil ich stolperte, sondern weil ein Fäkallastwagen darin steckenblieb und auch für ungefähr sechs Stunden auch nicht mit fremder Hilfe wieder herauskam. Nebenher dudelte Mario- und Tetrismusik, wie ungefähr 90 Prozent der Zeit in dieser Gruppe, ab und zu wurde da auch enorm gefeiert.

Dieses Mal ging es recht früh auf das Festival-Gelände, Kevin und ich wollten ein bisschen shoppen. Ich ging also in Flip-Flops los, war ja schönes Wetter, wir liefen da umher, Kevin kaufte sich diese Hurricane-Jacke dann doch für 80 Euro und es fing an zu regnen. Super. Wir liefen mehr oder minder schnell, gerne überdacht zum Zeltplatz zurück, wo mir auffiel, dass meine Chucks vorm Zelt standen. Noch toller. Egal.

Später gingen wir dann in einer größeren Gruppe zum Festival-Gelände, ich musste mir nur Schuhe organisieren, was ich auch tat. Ich nahm mir einen Müllsack, schnürte mir diesen mit Klebeband um die Füße und zog einen weiteren wie eine Jacke an und war regenfest angezogen. Super Idee. Uns verschlug es zunächst zur Zirkus-Show, beziehungsweise, erst mal ins Zelt, wir waren nämlich zu früh. Daher gingen wir wieder, kamen wieder und waren mittendrin erst wieder da. Schade. Ich organisierte in der Zeit einen Hut, den Kevin (ich auch) so toll fand, schenkte ihn Kevin und wir warteten auf Egotronic. Die hab ich auch mehr oder weniger mitbekommen, doch dann musste ich mal Wasser lassen, musste aus dem Zelt raus, kam dann aber nicht mehr rein. Super. Wie letztes Jahr: Frittenbude im Zelt, das ist einfach nicht gut, weil es vollkommen überfüllt ist. Naja, ich sah es positiv, ich konnte dafür My Chemical Romance sehen. Claudia kam auch raus, Kevin bombadierte mich mit SMS, dass ich reinkommen sollte, kam dann aber auch raus.

Später machten wir drei dann einen Umweg über das Party-Zelt, welches wir für die Kopfhörer-Disko hielten zurück zum Zeltplatz, marschierten weiter wild umher und trafen einen Simon aus Berlin. Der war suuuper lieb, er massierte uns und unterhielt sich mit uns und überhaupt, der war nett. Der Abend war länger, als der vorige, aber auch viel exzessiver, irgendwann ging man dann natürlich doch schlafen.

Der Sonntag dann war leider nur verregnet. Mein Handyakku war fast leer, was schlecht war, da meine Mum mich auch wieder abholen wollte. Aber erstmal musste ich ihr beichten, dass Kevin direkt beim Aufstehen die Luftmatratze zerstört hat. Zum Glück war das Sonntag. Also mussten wir aufstehen und grillen. Zunächst grillten wir Pfannkuchen, die wurden aber irgendwie nichts, die sahen im Endeffekt eher aus wie Kartoffelpüree, nicht schön, schmeckte auch nicht, aber die Idee war super. Danach kam dann natürlich das Fleisch. Der Pavillon zerbrach dann endgültig, was erstaunlich war, denn er hätte schon viel früher zerbrechen müssen, da er ausschließlich von Duck-Tape zusammengehalten wurde. Das war aber wohl sein Vorteil, weil das Ding einfach dadurch so enorm windschnittig und flexibel war. Naja, den wollte eh keiner mehr mitnehmen. Es wurde gepackt und versucht das Handy aufzuladen. Aber Kevin musste sich erst noch eintüten, was heißt, dass er sich einen kompletten Müllsackanzug gebastelt hat, durch den er kaum etwas sehen konnte. Der Telekom-Stand war allerdings überfüllt. Zumindest mit iPhones, andere Handys hätten wir da durchaus laden können. Mist.

Es regnete und hörte auch nicht mehr auf. Wieso muss dieses Festival seinem Namen eigentlich immer alle Ehre machen? Naja, wir gingen trotzdem nochmal los, iPhones waren immer noch keine guten Handys bei der Telekom, dafür bekamen wir eine Tragetasche und ein T-Shirt bei Converse, aßen Handbrot und kamen nicht zur Red-Stage zu Darwin Deez. Manno. Man ging nach Selig zurück zum Zeltplatz und war ziemlich genervt vom Regenwetter. Das führte dazu, dass Kevin und ich uns dazu entschieden vorher mit der Bahn zu fahren. Wir verabschiedeten uns, nachdem wir köstlich darüber lachen konnten, dass Annkas und Isas Zelt wegflog, welches natürlich schon leer war, und machten uns auf den weg. Leicht deprimiert, aber mit dennoch positiven Erinnerungen. Mein Handy hat bleibende Schäden durch die Schutzhülle erlitten, da der Aluminiumrahmen nun enorm zerkratzt ist, aber das krieg ich irgendwie wieder hin. Wir teilten uns mit zwei netten Mädels und einem Typen ein Niedersachsenticket und waren auch dann später ganz froh wieder in der Zivilisation angekommen zu sein.

Auch nächstes Jahr sind wir natürlich wieder dabei, alleinschon wegen der schon jetzt bekannten Headliner: Blink-182 und Die Ärzte, was gibt es besseres? Nichts, also! Gute Nacht, ich habe sehr viel Schlaf nachzuholen!
Besuch aus Portugal
Sonntag 05.Juni 2011, 17:03 Uhr
Portugiesische FlaggeCouchsurfing ist lustig, Couchsurfing macht Spaß und man lernt ein paar nette Leute kennen. Zumindest sollte es so sein. Jetzt denkst Du bestimt "Oh Gott, da lief was nicht wie es soll.", aber nein, es war gaaanz anders. Wir hatten an diesem Wochenende Besuch von zwei Portugiesen. Helder und Pedro. Die Beiden haben ein Erasmus-Jahr in Finnland gemacht und sind nun auf dem Heimweg... über sehr viele Umwege. Wer ihren Weg verfolgen will, der kann das Ganze auf Erasmus - The Way back nachlesen.

Aber wie war es nun mit den zweien? Schön. Sie kamen hier um zirka 18 Uhr mit dem Auto an, an einem Ort, der einen tagsüber eher abschreckt, an: auf der Hamburger Reeperbahn. Naja wir waren gerade Minigolfen im SchwarzLichtViertel, das war ziemlich lustig, auf dem Rückweg nach Hause riefen die beiden uns dann aber an und wir trafen uns am Hauptbahnhof um sie aufzusammeln. Dann redete man sehr viel über dies und das, bis man zuhause ankam. Dort lief Helder sofort in die Küche, öffnete den Schrank und nahm sich ein Glas, ehe er fragte, ob er was trinken dürfe. Macht nichts, er fühlte sich hier anscheinend sehr wohl. Ich mag sowas. Natürlich durfte er was trinken. Duschen durfte er auch. Allerdings ging ihre saubere Wäsche zur Neige, weshalb ich ihnen anbot bei uns zu waschen... mehr dazu später.

WäschebergeSpäter am Abend trafen wir uns dann mit Patricia, Eileen und Sandra an den Landungsbrücken um den zwei Portugiesen die Schönheit des Hamburger Hafens zu zeigen. Auf dem Weinberg direkt über der U-Bahn-Station. Wir unterhielten uns. Wir lachten. Und wir tranken natürlich Bier. Das Restbier, welches von Kevins Geburtstag noch übrig blieb. Endlich ist es weg! Es war lustig. Sandra schwieg die meiste Zeit, doch als sie dann hörte, dass Pedro "Engineering" studiert, schrie sie "Scammer", wir wussten nicht wieso, bis sie dann erklärte, dass diese nigerische Liebesmafia-Mitglieder meistens einen solchen Beruf ausübten. Es gab noch eine kurze Diskussion über Ronaldo und dann war es auch schon spät und wir müde, weshalb wir uns dann auf den Heimweg machten.

Gruppenbild ... und noch eins Am nächsten Morgen fuhren Kevin und ich mit ein paar Freunden nach Bremen zu Primark um ein bisschen zu shoppen. Ich hab quasi nix gekauft, was ich gut fand. Wieder zurück schaute ich ins Wohnzimmer und sah ein herrliches Bild: die Portugiesen haben gewaschen. Und alles in der Nähe des Fensters irgendwo hingelegt. Hauptsache die Wäsche bekommt Sonne ab. Die Portugiesen waren nicht da, die mussten Sonne tanken um ihren Streifenlook, den sie auf ihrem bisherigen Weg durch Dänemark aufgenommen haben, loszuwerden. Zu Deutsch: sie sonnten sich in Planten un Bloomen. Abends machten die beiden dann für uns Caipirinhas. Sie hatten eine komische Technik: Limetten zerstampfen, in den Shaker schmeißen, nochmal drücken und Zucker rein und überhaupt. Dauerte lange, aber war lecker. Sie wuschen danach sogar das Geschirr ab.

RückfahrtDann ging es gegen Mitternacht auf den Kiez. Jeder muss hier ja den Kiez sehen, der nach Hamburg kommt. Und natürlich auch einen Sexshop. In diesem Falle die Boutique Bizarre, dem Sexshop, in dem ich noch nie war, der aber am saubersten aussieht und sogar Eintritt kostet. Da war es doch recht lustig. Erstaunlich, was es so für sinnloses oder extrem riesiges Sexspielzeug gibt, einiges davon schmerzt bestimmt riesig. Egal. Fasziniert ging es weiter, Thomas Read war geplant, wurde dann aber aufgrund der fortgeschrittenen Stunde wieder verworfen. Es ging zum Hans-Albers-Platz. Echte Steinofenpizza essen. Die war lecker. Dann weiter zur 99-Cent-Bar um ein Bier zu trinken, vorher aber ein Zwischenstop in der Herbertstraße mit vorausgehenden Diskussionen, wer mit reingeht und wer nicht. Die Portugiesen gingen schlussendlich alleine durch und waren fasziniert, haben es sich aber "schlimmer" beziehungsweise "intensiver" vorgestellt - natürlich ist jetzt hier kein Sexualakt gemeint! Kurzum verließen wir den Kiez auch wieder gen Heimat. Pedro schlief immer wieder ein und konnte nicht mal die Antworten auf seine Fragen bekommen ohne wieder einzuschlafen.

Am nächsten Tag - also heute - haben sie dann gepackt, ihre Wäsche war trocken und die beiden abreisebereit. Gegen Mittag haben sie sich hier auf den Weg gemacht und uns angeboten sie auch zu besuchen. Hach ja, so eine Reise nach Portugal wäre schon schön.
Rotlicht für Kinder
Freitag 03.Juni 2011 23:12 Uhr
Wir waren heute Minigolf spielen. Wir, das sind Kevin, Eileen, Patricia, Sandra und ich. Im Schwarz-Licht-Viertel, voll die coole Einrichtung eigentlich. Direkt nebenan haben wir uns eine Wohnung angeguckt, die war aber eher unschön, weil die Badewanne direkt unterm Boiler war, aber naja, anderes Thema. Wir kamen da also an und haben uns erst mal tierisch auf den Laserstrahlparcours gefreut, bei dem man sich wie ein Geheimagent durch ganz viele Laserstrahlen winden muss. Da hätte man tierisch gute Fotos machen können. Leider war das Ding außer Betrieb. Schade. Naja, wir mussten nur kurz warten, ehe wir uns in das „U-Boot“ setzen konnten, das uns zu den ersten paar Bahnen bringen würde.

Unten angekommen – eigentlich war es immer noch auf gleicher Ebene – hatten wir erst Probleme die Tür zu öffnen, ging dann aber nach einer kurzen Panikattacke doch. Das Ganze war süß aufgemacht, mit einer niedlichen Unterwasserwelt, den typischen Bahnen und sehr viel Schwarzlicht. Da wir uns eine 3d-Brille gekauft hatten konnten uns die Fische sogar entgegenschwimmen. Ist echt süß gemacht dort.

Nach den paar Unterwasserbahnen ging es durch ein StarGate-Tor (haha, durch ein Tor-Tor), durch den Jungel in einen Tempel an einem Vulkan, der uns wiederum durch einen Stollen mit Skeletten in ein Forschungslabor führte. Dort sind definitiv die lustigsten Bahnen! Bahn 13 ½, die in einer Wand endet, wo doch schon sehr viele Leute probiert haben, den Ball dort einzulochen – natürlich war das keine echte Bahn. Bei der nächsten musste man Billard spielen, nur halt mit einem komischeren Tisch, als einem normalen Billardtisch. Weiter ging es dann zu einer „Schnippsbahn“. Die war lustig, man packte den Ball in ein Rohr, musste dann an einem Hebel ziehen, sodass der Ball zum anderen Ende der Bahn hüpft – wie beim Flipperautomaten, welcher dann als nächste Bahn folgte.

Die letzten Bahnen waren echt cool. Vorher waren wir etwas genervt, weil so viele Kinder vor und hinter uns kreischten und über die Bahnen hüpften, aber als wir die überholt hatten, war alles super. Das sagte uns aber, wir sollten das nächste Mal nach 18 Uhr dort hinfahren, weil Kinder nur bis 17 Uhr rein dürfen. Dann wäre es wesentlich entspannter gewesen. Jedenfalls war es lustig, wir müssen eh nochmal hin um lustige Laserfotos zu machen, also: auf ein Neues!
Besuch aus Dänemark
Sonntag 08.Mai 2011, 15:19 Uhr
Dänische FlaggeDieses Wochenende waren wir ja nicht nur auf der Coke SoundUp-Show, nein, wir hatten auch Couchsurfing-Besuch aus Dänemark: Camilla und Bianca. Zwei junge Mädels, die herkamen um auf's Panic At The Disco-Konzert zu gehen - zur gleichen Zeit wie unser Konzert. Die beiden waren nett, etwas schüchtern, aber umgänglich. Bianca war ein bisschen verrückt, sie war ein bisschen Punk und ein bisschen Gothic, hatte Cyber-Locks und einen exzentrisch-bunten Klamottenstil. Außerdem war sie am Brustbein gepierct, das sah schon cool aus. Camilla war da eher das Gegenteil: still, schüchtern und sah superlieb aus.

Als sie hier am Donnerstag mit dem Bus am ZOB ankamen und wir mit ihnen nach Hause fuhren durften wir zunächst Waldemar, einem grüngestreiften Affen - oder Zebra, man weiß es nicht - "hallo" sagen. Er kommt anscheinend überall mit hin. Komisches Tier, aber lustig. Hier redete man dann noch ein bisschen, ging ins Bett und wartete den nächsten Morgen ab. Naja ging. Kevin und ich mussten ja arbeiten. Die Mädels kamen auch erst recht spät nach Hause, so dass wir uns gar nicht sagen, weil wir auf einer Party von Eileen waren, die wenigstens recht lustig war.

Am Samstag aber haben wir zusammen gefrühstückt, dann haben sich die beiden für's Konzert fertig gemacht. Satte drei Stunden. Erstaunlich, wie lange man sich doch so schminken kann. Bianca malte sich ein ähnliches Auge, wie der Sänger der Band es gerne hat, also ein schwarz-blutendes Auge. Camilla bekam eine silberne Blume auf die Schulter gemalt. Ich war etwas neidisch auf deren Konzert. Aber Mando Diao waren auch gut. Dann gingen sie los, aufgestylt bis zum geht nicht mehr, aber naja, es sah nicht unbedingt schlecht aus. Bianca beschrieb sich als Menschen, den ein Regenbogen angekotzt hat. Treffende Beschreibung.

Auch an diesem Abend sahen wir uns nicht mehr, am nächsten Morgen mussten die Beiden ihren Bus um acht Uhr morgens erwischen. Wir standen mit ihnen auf um sie zu verabschieden. Ich war gegen halb acht schon ziemlich ungeduldig, die Dänen komplett entspannt. Dann, um Viertel vor acht dachten sich die beiden doch, dass sie endlich mal losgehen könnten. Natürlich war das zu spät, also zahlten sie beide zirka 60 Euro für ein Bahnticket um wieder nach Hause zu kommen. Naja, eigentlich deren eigenes Pech.

Alles in allem fand ich es etwas schade, dass wir die Mädels kaum gesehen haben, denn der Sinn im Couchsurfen besteht für mich darin neue Leute kennenzulernen und auch was mit denen zu unternehmen und ein bisschen in der jeweiligen Stadt rumzulaufen. Aber naja, nett war es trotzdem!
Cola hat zu viel Geld!
Samstag 07.Mai 2011, 23:33 Uhr
Coke SoundUp Mando Diao live und unplugged. The Kilians als Vorband. Jan von Viva als Moderator. Ein Rugbystadion gemietet. Hubschrauber fliegen die Band ein. Viel Licht und überhaupt. Was Coca Cola dieses Jahr zum 125. Geburtstag so raushaut ist Wahnsinn. Die Coke SoundUp Tour 2011. Nicht nur in Hamburg, sondern durch ganz Deutschland mit vielen verschiedenen Künstlern. Karten kann man nur gewinnen. Auf Coke.de.

Wir alle waren da Aber dennoch muss ich sagen: Das Konzert war super. The Kilians - ich mag sie, konnte die Lieder aber leider nicht mitsingen - wirkten etwas zugedröhnt, aber die Musik war gut. Perfekt zum Einstimmen. Das Wetter war super. Eine Bühne im Freien. Alternative Musik. Da kam schon so ein leichtes Hurricane-Feeling auf. Das war schön. Und vorallem nicht kalt. Ich war begeistert von diesem Key-Visual: Kopfhörer, die eine Cola-Flasche formen. Ich mag gute Musik. Das war gute Musik. Ich war begeistert. Zumal ich nach Mando Diaos Auftritt auf dem Hurricane letztes Jahr nie gedacht hätte, dass die mir live gefallen würden. Da fand ich sie nämlich echt schlecht. Lag wohl an der Akustik.

Entdeckt bei Youtube...
Trotzdem finde ich, dass sie sich hätten verabschieden können. Es gab ja nichtmal ein "Hallo"... nur Musik von denen. Okay, bei "dance with somebody" waren ein paar Fans auf der Bühne und tanzten, aber das war's auch an Kontakt mit den Fans. Keine Zugabe - dafür eine kurze Pause. schon ein bisschen schade. Aber das Konzert an sich war doch schon ziemlich gut!
Scheeßel versinkt im Dreck und im Alkohol!
Sonntag 21.Juni 2010, 02:12 Uhr
Wie versprochen war ich wieder beim Hurricane Festival dabei! Dieses Mal leider nicht auf Rasen sondern auf Stroh gebettet, aber egal.

Los ging es natürlich wieder am Donnerstag Morgen. Wie letztes Jahr musste ich meinen Kram nach Horn schleppen. Dieses Mal allerdings nicht, weil Annkas Vater mich fahren wollte, sondern weil ich mit Martina mitfuhr. Die Fahrt war lustig, voller Musik und laut. Dort angekommen strahlte die Sonne extremst, aber davon ließ man sich ja nicht beirren. Ich hatte allerdings meine Sonnencreme vergessen. Mist. Egal. Dort wartete auf jeden Fall schon Claudia, die per Mitfahrgelegenheit hingefahren ist.

Ich hatte ja schon so einen leichten Sonnenbrand Die Sonne knallte, die Bändchenzelte waren noch nicht geöffnet. Wie immer. Also wartete man. Irgendwann entstand Panik. Wie immer. Alle drängten sich zusammen. Wie immer. Nichts passierte. Wie immer. Irgendwann ging es los und... wie letztes Jahr... es brach Krieg aus. Nach gefühlten drei Tagen hatte man aber sein schwarzes Bändchen um den Arm und war wieder draußen. Man begutachtete es und musste feststellen: es war falsch herum. Mist. Ich konnte das Wort Hurricane nicht lesen. War jetzt erstmal egal. Dieses Mal war der Zeltplatz recht früh geöffnet und der Krieg hier nicht so doll wie letztes Jahr. Wir stürmten trotzdem auf den Zeltplatz und sicherten uns denselben Platz wie letztes Jahr und fingen an die Zelte aufzubauen. Natürlich trank man währenddessen schon ein bisschen Bier in der prallen Sonne.

Man schmiss natürlich auch den Grill an und trank auch von Martina selbstgemachten Sauren. Der war sehr lecker. Dann war ja auch etwas Zeit, weleche ich dazu ntuzte mein Bändchen mühsam über die Hand zu ziehen um es dann wieder richtigrum am Arm zu tragen. Das klappte zum Glück auch, es saß auch recht locker.

Lass uns Karten spielen Leicht beduselt freute man sich dann über den Truck, der über den Zeltplatz fuhr und einen Auftritt von Egotronic um 18 Uhr ansagte. Da gingen wir natürlich hin. Feierten ein bisschen und unterhielten uns mit fremden Leuten mit lustigen Brillen und Hüten. Dann kamen auch noch ein paar andere Leute dazu, die zu unserer Gruppe gehörten. Der Abend endete recht früh mit ein paaar Bierchen und einem recht peinlichen Gespräch. Denn Isa schlief mit Kevin, welcher nachkam, in einem Zelt, was ihrem Freund aber nicht so gefiel, weshalb sie ihm sagte, dass sie mit Annka in einem Zelt schliefe, weil sie es nicht für logisch hielt zu sagen, dass Kevin schwul sei. Ich begrüßte daher Kevin mit den Worten "Ach Du bist der Schwule, der gar nicht Schwul ist, damit er mit Isa in einem Zelt schlafen darf...". Ich glaube von da an mochte er mich nicht. Aber er hatte eine coole Weste an und coole Chucks. Was ich ihm im Laufe des Festivals auch mehrfach sagte. Der Tag ging auch solangsam zur Neige, aber man wollte ja duschen. Allerdings hatte ich mein Handtuch vergessen. Mist. Zum Glück hatte Kevin eins, welches auch Isa nutzte, aber egal, es war ein Handtuch. Ich war also duschen, verstört von den nackten dicken Menschen, die mit duschen waren, um dann quasi direkt wieder dreckig vom ganzen Staub zu sein. Dann hatte ich auch das Problem, dass ich "das Ende meiner Badehose" nicht fand, um mich richtig abzutrocknen. Aber auch das Problem war gelöst und der Tag neigte sich wirklich dem Ende.

Bierball: Mannschaft 1 Bierball: Mannschaft 2 Am nächsten Morgen wachte man vor Hitze im Zelt recht früh auf und fing an zu Grillen. Vorher wunderte ich mich noch über das fremde Handtuch und war etwas irritiert, bis mir dann jemand sagte, dass es Kevins Handtuch sei. Also ging ich zu Kevin und meinte "Kai, hier hast Du dein Handtuch!". Ich hab's halt nicht so mit Namen. Lange Zeit war es recht ruhig, wir grillten und aßen, bis ein Schrei ertönte, von Leuten mit Pavillion, die sich in unsere Mitte verpflanzt haben. Darauf folgte ein "Hilfe, hier liegt ein fetter nackter Typ neben mir!". Alle lachten natürlich.

Gegen Mittag spielte Deutschland, ich wollte mit zur Spielübertragung kommen, aber irgendwie haben meine Leute mich nicht gefunden. Ich wusste auch nicht wo ich war. Lag wohl an den mehreren Bierball-Spielen, die ich vorher spielte. Auf jeden Fall war ich bei Leuten, mit denen ich mich auch unterhielt. Jedenfalls trafen sie mich dann pünktlich zum Ende des Spiels auf dem Zeltplatz wieder und sagten mir, das wir gewonnen hätten. Cool. Aber eigentlich auch egal. Es gab noch ein bisschen Bierball und super Gespräche darüber, dass Kevin und ich ein super Pärchen wären... naja, wenn sie meinen.

Stimmung! Wir gingen ein bisschen über's Festivalgelände, wechselten zwischen Jennifer Rostock und Paramore, weil Karen sich nicht entscheiden konnte, wen sie sehen wollte. Paramore waren lustig. Nach jedem Lied sagte die Sängerin "We are Paramore! We love Music! We love Germany!" Nett für die ganzen Betrunkenen, dass sie diese immer wieder daran erinnern, wo sie gerade sind. Anschließend ging es zu Madsen. Die waren seeehr gut. Die Dropkick Murphy's hingegen nicht. Dafür die Pommes umso mehr, die man da so mit seinen superdreckigen Fingern aß, auch wenn sie einem runterfielen, dann hob man sie halt wieder auf. Ich vergaß meinen Lippenpflegestift, war daher umso dankbarer, dass mir jemand ein Kondom gab, das tut es zur Not auch um die Lippen angenehm zu befeuchten. Mando Diao danach am Abend, die fand ich sogar richtig schlecht, weshalb wir auch alle nach zehn Minuten gingen. Igendwann an diesem Tag war ich auch noch mit Kevin auf Toilette, wir kamen anscheinend ewig nicht wieder und was noch verrückter war: wir sangen anscheinend sex on fire von Kings Of Leon. Und das, obwohl ich die letztes Jahr auch nicht so mochte. Naja, auch der Tag ging dann solangsam zur Neige.

Ein riesiges Kaugummi Super Stimmung... Und schwupps war auch schon Samstag. Er fing gleich an: Grillen, Bierball, Festivalgelände. Dabei gab es eine enorme Überraschung auf der Red Stage: Timid Tiger. Die sind echt gut. Der Frontsänger hatte Hotpants an und sang Lieder wie womanizer und ina meena dika (ein indisches Lied. Echt super. Dabei leerten wir unsere Pfirsich-Eistee-Tetrapacks, in welchen sich zusätzlich Vodka befand, und hatten ein bisschen Spaß. Dann trennte sich die Gruppe auf. Auch wie letztes Jahr, einen Tag muss ich halt alleine rumlaufen. Ich wollte nämlich unbedingt zu Bonaparte, der Rest allerdings zu Frittenbude. Also hängte ich mich erst an ein paar Mädels, die sich dann plötzlich durch ein paar Typen bei Jack Johnson ablösen ließen. Dann bei Bonaparte traf ich ein Mädel in meinem Alter auf dem Weg ins Zelt. Sie meinte zu ihren Freunden, dass sie den ersten Typen mit Lippenpiercing küssen würde, der ihr über den Weg liefe. Dann schaute sie mich an und lachte. Sie küsste mich nicht, aber wir verstanden uns gut, waren vorne und genossen die Show mit Zirkusartisten, transgenen Menschen, also Männern mit Brüsten und vielen anderen Tiergestalten. Meine Schuhe gingen öfter auf, und das Mädel half mir immer wieder, sie zuzubinden, indem sie mich in dem Gepoge festhielt. Echt nett. Und ich war froh, dass ich nicht bei Frittenbude war, weil das Konzert wegen Überfüllung und Chaos abgebrochen wurde. Super. Ich hatte es richtig gemacht.

Billy Talent konnte ich mir nicht mehr antun, der Sänger hat ja nicht gerade eine angenehme Stimme, also verzog ich mich in mein Zelt. Abends kam ich nochmal kurz raus und unterhielt mich mit Kevin, doch wir gingen dann auch recht schnell schlafen.

Powerranger Der Sonntag sollte alkoholfrei bleiben. Mist, ich hatte noch so viel Bier. Egal, das nahm ich halt mit. Aber wir wollten an diesem Sonntag schon zurückfahren, da ich am Montag, also nachher, Probearbeiten sollte. Manno. Ich bin knallrot, alles pellt sich und ich muss beweisen, dass ich ein kreativer Kopf bin. Na super. Naja wird schon. Kevin schlief anscheinend in dieser Nacht auf dem Handtuch, welches Isa und ich uns teilten. Wir luden morgens unsere Handys auf, damit wir auch wieder erreichbar waren und rannten ein bisschen hier rum, ein bisschen da rum. Hörten bairische Ska-Musik, die man nicht verstand, standen ganz vorne bei Revolverheld - fast wie in alten Zeiten - nur, dass sie wesentlich abgehobener waren. Ich kaufte mir zwischendrin ein T-Shirt, das für Frauen, weil die Männershirts alle uncool waren, dann setzten wir uns auf einen Berg und lauschten der Musik von Phoenix. Eine weitere Überraschung des Hurricanes, dachte nie, dass die so gut wären. Außerdem packten wir zwischendrin und wurden mit Pokébällen beworfen, aber eigentlich waren es Äpfel.

So verrückt sehen Deichkindfans aus... Es bewölkte sich während dessen. Da wir aber Deichkind sehen wollten, ließen wir uns nicht beirren. Wir gingen zur Bühne und warteten. Es kamen immer mehr Menschen. Es goss wie aus Eimern. Junge hab ich gefroren. War ja nicht gerade warm und ein Regencape hatte ich natürlich nicht. Jedenfalls wurde es uns irgendwann zu voll und wir beschlossen, dass wir uns aus der Menge entfernen sollten. War gar nicht so einfach, zwischenzeitlich schwebte ich durch die wabernde und leicht aggressive Menge. Von weitem war die Show aber trotzdem gut. Annka war im V.I.P.-Bereich, als sie über die Wellenbrecher gezogen wurde. Zum Ende des Konzertes trafen wir uns alle wieder und ich bat Martina, ihren Müllsack - wie ihn Deichkindfans gerne mal tragen - anzuziehen. Ich sah damit nicht gut aus, aber er hielt mich ein bisschen warm, wenn ich die Arme auch in ihm drin hatte. Der Rest verließ uns, ich wollte noch The Prodigy sehen, welche im Nachhinein eher enttäuschen waren, und Martina The Strokes, die auch nicht der Burner waren.

Also fuhren wir schon früher los. Ich mit Müllsack und beide mit Farbe im Gesicht, nachdem uns so ein paar Mädels anmalten. War ja klar, dass wir von der Polizei angehalten werden. Martina musste sich mit dem Finger an die Nase fassen und im Geiste bis 30 zählen. Alles war super und wir fuhren weiter. Zuhause angekommen duschte ich erstmal ewig, nachdem ich meinem Vater um kurz vor Mitternacht noch zum Geburtstag gratulierte, addete alle neuen Leute bei Facebook und StudiVZ und nun sitze ich hier und schreibe, obwohl ich ins Bett sollte. Verrückt.

Wünsch mir Glück für morgen!
Traumdeutungen
Mittwoch 14.April 2010, 21:03 Uhr
Neulich hatte ich einen Traum. In der Nacht von Samstag auf Sonntag. Etwas verwirrend. Wie Träume es nunmal sind.

Ich sitze in einem Flugzeug. Ganz hinten. Am linken Fenster. Neben mir Verena und Isi. Wir starten. Die Anschnallzeichen erlöschen. Ich hole mein Notebook raus und mochte etwas schreiben. Verena findet das nicht gut, guckt mich böse an. Plötzlich ein Wackeln. Komische Geräusche, Stille und Lichterflackern, bis die Lichter aus sind. Die Sonne scheint durch's Fenster. Was war los? Schreie! Panik! Komisches Gefühl im Magen. Wie in der Achterbahn. Ich kralle mich in die Armlehnen. Das Flugzeug fällt quasi senkrecht zu Boden. Mir wird heiß. Vielleicht auch kalt. Ich kann die Temperatur nicht deuten. Mist. Mein Laptop ist noch an. Was ist mit meinem Handy? Meine Tasche? Solche Fragen gingen mir durch den Kopf.

Blackout.

Ich wache auf. Strand. Palmen. Sand zwischen den Fingern. Wo sind alle? Das Flugzeug? Da! Isi und Verena. Wie kommen wir hier weg? Mein Laptop? Da oben auf einem Hügel liegt meine Tasche. Das sah ich von oben. Und mein Laptop. Kaputt, aber noch funktionsfähig.Wir buchen uns einen neuen Flug, um von dieser Insel wegzukommen. Mit dem Handy konnte ich erst niemanden erreichen, dann doch. Ich erzähle meiner Mum, dass wir abgestürzt sind. Aber es war gar nicht so schlimm, habe schon Schlimmeres erlebt. Plötzlich wache ich auf.

Wenn Du mir diesen Traum nun deuten willst, dann bitte. Ich wollte ihn hier einfach nur mal erzählen, weil er so abstrus war, und ich mich noch an so viel daraus erinnere...
Katharina - Ein Liebesbrief
Mittwoch 14.April 2010, 00:06 Uhr
"Als sie ihn verließ, wusste er noch nicht was er verlor. Sie war verzweifelt an ihrer Liebe, für die sie nichts zurückbekam. Dass sie ihm für seinen größten Fehler schenkte, was er sich am meisten wünschte - ihre Liebe - war mehr, als er ertragen konnte.
Er wollte sie in seine Arme schließen, in ihre grünen Augen sehen und Hand in Hand mit ihr in den Morgen tanzen zu ihrem Lieblingslied und fühlte so sehr, was er ihr nicht sagen konnte, weniger denn je...Dass er sie liebte. Vielleicht zum ersten Mal wirklich."
Aus dem Film Soloalbum...
"Als wir uns liebten, liebten wir uns selbst nicht
Als wir uns den Krieg erklärten, gaben wir uns schon verloren
Als wir uns trennten, blieben wir am gleichen Ort
So lagen wir uns bald wieder in den Armen und nannten es ein Liebesgedicht
Aber kein Liebesgedicht dieser Welt erklärt uns die Angst vor der Liebe"
Aus Jörg Fausers "Liebesgedicht"...
Zwei sehr schöne Zitate über die Liebe, die im Film Soloalbum vorkommen. Ich dachte mir, sowas kann ich Dir nicht vorenthalten!

 
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